Die meisten Menschen mit älteren Hunden verwechseln dies mit einem Schlaganfall

'Ich glaube, mein Hund hatte gerade einen Schlaganfall.'

Dies ist etwas, das Sie niemals von sich selbst sagen hören wollen. Wenn Ihr älteres Haustier plötzlich anfängt, im Kreis zu laufen, einen unsicheren Gang hat, schwindlig wirkt oder den Kopf zur Seite neigt, kann eine idiopathische Vestibulariserkrankung die Ursache sein. Es handelt sich dabei um eine häufige Erkrankung, die ältere Hunde betrifft und sehr plötzlich auftritt; es ist auch ein Syndrom, das sehr schlimm aussieht, sich aber normalerweise mit der Zeit und ohne oder mit nur wenig Behandlung von selbst bessert. Leider habe ich jedoch von Fällen gehört, in denen diese Art von Symptomen für einen Hirntumor gehalten und das Tier eingeschläfert wurde - vielleicht sogar unnötigerweise.

Deshalb möchte ich eine häufigere und weniger besorgniserregende Ursache für diese plötzlichen Anzeichen beleuchten, warum sie auftreten und was wir dagegen tun können.

Das vestibuläre System
Genauso wie beim Menschen ist das vestibuläre System des Hundes für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtssinns verantwortlich. Wenn etwas mit diesem System schief läuft, ist es, als wäre man betrunken auf einem schwankenden Boot. Hunde mit idiopathischer Vestibulariserkrankung zeigen eine Kombination der folgenden Anzeichen:

  • Kopfneigung,
  • unsicherer Gang, Gleichgewichtsverlust oder Umfallen,
  • Kreisen in eine Richtung,
  • Augen, die sich schnell von einer Seite zur anderen bewegen, bekannt als Nystagmus,
  • plötzliches Erbrechen.

Diese Videos zeigen einen Hund mit leichten, aber typischen vestibulären Anzeichen und einen anderen mit schwereren Anzeichen.

Hinweis: Wenn eines dieser Anzeichen auftritt, sollte Ihr Haustier von Ihrem Tierarzt untersucht werden, der eine neurologische Untersuchung und eine Untersuchung der Ohren durchführen kann, um weitere Untersuchungen durchzuführen.

Es ist wichtig zu wissen, dass diese Symptome nicht eindeutig oder diagnostisch für eine idiopathische Vestibulariserkrankung sind und dass andere Krankheiten das gleiche Erscheinungsbild verursachen können, wie z. B. ein Hirntumor, eine Innenohrentzündung, eine entzündliche Erkrankung oder plötzliche Blutungen ins Gehirn. Wenn die Symptome bei einem älteren Hund plötzlich aus dem Nichts auftauchen, habe ich die Hoffnung, dass die Ursache weniger schwerwiegend ist und eine gute Chance auf Besserung besteht, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt und sich um ihn kümmert.

Wie geht es weiter?
Bei einem Hund, der die oben genannten Anzeichen zeigt, werden ein Blutbild und eine Blutdruckkontrolle empfohlen, um sicherzustellen, dass keine "offensichtliche" Krankheit vorliegt. Zur Beurteilung des Innenohrs und des Gehirns kann eine Kernspintomographie durchgeführt werden, die eine optimale Beurteilung der Erkrankung ermöglicht, aber aus Kostengründen oft nicht durchgeführt wird.

Beide Gehörgänge sollten untersucht werden, und bei Verdacht auf eine Infektion sollte eine Antibiotikatherapie durchgeführt werden, zumal eine Innenohrerkrankung eine der möglichen Ursachen für vestibuläre Anzeichen ist. Das Innenohr (siehe Abbildung unten) können Sie bei einer Untersuchung nicht direkt sehen, da das Trommelfell die Sicht auf das Innenohr verdeckt - es ist wie eine geschlossene Tür, die vor dem Mittel- und Innenohr sitzt. Wenn jedoch das Außenohr unschön aussieht und das Trommelfell entzündet ist, besteht die Möglichkeit, dass eine Innenohrerkrankung vorliegt.

Bild mit freundlicher Genehmigung von leospetcare.com

Wenn die klinischen Symptome eines Hundes so schwerwiegend sind, dass er nicht mehr laufen kann, wird in der Regel eine unterstützende Behandlung mit intravenöser Flüssigkeitszufuhr und injizierbaren Medikamenten gegen Übelkeit empfohlen. Aus hygienischen Gründen werden manchmal Harnkatheter gelegt. Bei leichten klinischen Symptomen können Haustiere oft zu Hause mit Pflege und rezeptfreiem Meclizin behandelt werden, das gegen das Gefühl der "Reisekrankheit" hilft.

Für die diopathische Vestibularis-Erkrankung gibt es eine sehr lockere Faustregel: Wenn innerhalb von 72 Stunden eine allmähliche oder vollständige Besserung eintritt, ist die Ursache der Symptome wahrscheinlich auf diese Krankheit zurückzuführen und zusätzliche diagnostische Tests sind möglicherweise nicht erforderlich. Tritt keine Besserung ein oder verschlimmern sich die Symptome, könnte die Ursache etwas Ernsteres sein, z. B. ein Hirntumor, und es wird eine MRT-Untersuchung empfohlen, um eine Diagnose zu stellen. Bei der idiopathischen Vestibularis-Erkrankung tritt in der Regel innerhalb dieses Zeitraums eine langsame, aber stetige Besserung ein, so dass das Tier innerhalb von 7 bis 14 Tagen langsam, aber stetig zur Normalität oder fast zur Normalität zurückkehrt (obwohl bei einigen Hunden die Kopfneigung für den Rest ihres Lebens bestehen bleibt).

Es sollte auch darauf hingewiesen werden, dass die idiopathische Vestibularis-Erkrankung keine schmerzhafte Erkrankung ist, und meine Empfehlungen beruhen auf der Tatsache, dass die Euthanasie eine dauerhafte Entscheidung ist, warum also nicht abwarten und der Zeit eine Chance geben? Es besteht die Möglichkeit, dass eine Besserung eintritt, und die schwierige Entscheidung der Euthanasie kann immer zu einem späteren Zeitpunkt getroffen werden, wenn dies nicht der Fall ist oder sich die Lebensqualität Ihres Tieres verändert.

Ich denke, es gibt Grund zur Hoffnung und zu vorsichtigem Optimismus, da die idiopathische Vestibulariserkrankung eine der häufigsten Ursachen für diese plötzlichen Anzeichen bei unseren älteren Hunden ist.

Dr. Shea Cox
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Hildemar Stenzel
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